Carp La Familia
  Zander
 

                                Stizostedion lucioperca
 

Kennzeichen und Besonderheiten:

Der Zander hat einen langestreckten spindelförmigen Körper, der nach vorne in ein spitzes, endständiges Maul ausläuft. Neben kleinen Hechelzähnen ist das Maul an Ober- und Unterkiefer mit so genannten Fangzähnen bestückt. Wie alle Barschartigen Fische besitzen Zander Kammschuppen, brustständige Bauchflossen, zwei getrennt stehende Rückenflossen sowie Stachelstrahlen in Rücken-, Buch- und Afterflossen. Die Grundfärbung des Fisches ist meist grau bis grünlich. Junge Zander weisen oft dunkle Querbinden am Rücken auf, ähnlich denen des Barsches. Auffallend am Zander sind die Augen. Sie sind groß, gewölbt und scheinen irrisierend zu leuchten. In Nordamerika heißt der Zander “Walleye”, übersetzt heißt dies Glasauge. Das Zanderauge ist ein perfekt an das Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen angepasstes Organ, Bedingungen, wie sie in größeren Tiefen oder in trübem Wasser herrschen. Der Augenhintergrund ist mit Guaninkörnchen pigmentiert. Diese reflektieren und verstärken selbst schwaches Dämmerlicht und erhöhen damit die Sehkraft.

Neben unserem Zander gibt es in Europa noch zwei weitere Arten dieser Gattung. Der Wolgazander (St. vogenis) sowie der Meerzander (St. marina), die in Randgebieten des Schwarzen- und Kaspischen Meeres vorkommen.

Verbreitung und Lebensraum:

Die eigentliche Heimat des Zanders liegt östlich der Elbe und reicht bis Sibirien, zum Kaspischen Meer und Aralsee. Durch Besatz und passenden Umweltbedingungen ist er heute in ganz Mittel-, West- und Nordeuropa verbreitet. Schon um das Jahr 1500 wurden Zander von Mönchen des Klosters Andechs aus der Donau in den Ammersee eingesetzt und haben sich dort zu ansehnlichen Beständen entwickelt.

Ursprünglicher Lebensraum des Fisches sind große sommertrübe Seen und die Unterläufe von Flüssen bis in die Brackwasser- und Haffgebiete hinein. Besonders gut gedeihen sie in Gewässern, die teilweise hartgründigen Boden (Kies, Sand, Gestein) aufweisen. Bevorzugte Aufenthaltsorte des Zanders sind die unteren bis mittleren Wasserschichten. Zu regelrechten Zanderkonzentrationen kommt es über Erhebungen des Bodens im Bereich der Freiwasserzone, sogenannter Barschberge. Entsprechend gut sind daher auch die Fangmöglichkeiten an diesen Stellen. Dass der Fisch auf wasserchemische Verhältnisse eher anspruchslos reagiert, zeigen die guten Zanderbestände der stark abwasserbelasteten Gewässer in den 70er und 80er Jahren. Gerade wegen ihrer guten Anpassung an diese Verhältnisse, finden der Zander und der Wels sich von allen Raubfischen am besten in sehr nährstoffreichen Gewässern zurecht.

Verhalten:

Der Zander ist ein Fisch der Freiwasserzone, man trifft ihn selten in ufernahen Flachgebieten oder pflanzenreichen Regionen an. Er gilt allgemein als lichtscheu, da er sich tagsüber vor allem bei klarem Wasser in größeren Tiefen aufhält und abends heraufsteigt, um auf Jagd zu gehen. Dann ist der Zander gegenüber den meisten Beutefischen im Vorteil, da er sie wegen seiner guten Nachtsichtigkeit bemerkt, bevor er selbst entdeckt wird. Zander schleichen sich regelrecht an ihre Futterfische heran. Sie jagen sowohl allein (kapitalere Exemplare) als auch in kleinen Verbänden mit anderen Artgenossen.

Ernährung:

Erstnahrung der Zanderbrut sind kleine Planktontiere. Die bevorzugte Nahrungsgröße der anfangs nur 5 bis 6mm langen Fischchen liegt bei 50 bis 120 eines tausendstels eines Millimeters. Dabei müssen täglich weit über hundert dieser Mikroorganismen erbeutet werden, damit die Brütlinge am Leben bleiben. Nach etwa einem Monat sind die Zander 2 bis 3cm groß und fressen nun bereits größere Insektenlarven. Ab einer Größe von 5 bis 6cm beginnt die Jagd nach der Brut anderer Fischarten. Auch Kannibalismus tritt in diesem Alter vor allem bei Nahrungsmangel auf. Die Nahrung der erwachsenen Zander bilden vorwiegend Fischarten der Freiwasserregion wie Ukelei, Stint, Plötze und kleinen Barschen.

Anders als der Hecht richtet selbst der große Zander seine Angriffe in erster Linie auf kleine Beutefische. Für den Angler gilt daher beim Zanderfang mit entsprechenden Köderfischen zu operieren. Beim Fischen mit Kunstködern eignen sich allerdings hervorragend etwas größere Modelle, begründet wird dies mit der verstärkten Druckwirkung unter Wasser auf die Seitenlinienorgane.

 
   
 
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