Cyprinus carpio
Schuppenkarpfen
-vollständig beschuppter, hochrückiger Zuchtkarpfen
Spiegelkarpfen
-unregelmäßig verteilte, meist verschieden große Schuppen. Schwanzteil ist oft vollständig beschuppt.
Lederkarpfen
-ohne oder nur vereinzelt beschuppt
Zeilkarpfen
-mit einer oder mehreren Reihen entlang der Seitenlinie gleichgroßer Schuppen.
Kennzeichen und Besonderheiten:
Alle Karpfenformen gemeinsam ist das rüsselartige vorstülpbare Maul mit 4 Barteln am Oberkiefer. Der eigentliche Wildkarpfen besitzt einen gestreckten, seitlich nur wenig abgeflachten Körper, der vollständig mit mittelgroßen Schuppen bedeckt ist. Die Zuchtformen des Fisches sind in der Regel hochrückiger und wirken insgesamt gedrungener.
Verbreitung und Lebensraum:
Die ursprüngliche Heimat des Karpfens sind die warm gemäßigten Zonen Asiens. Die Verbreitung des Fisches über seinen angestammten Lebensraum hinaus hat schon im Altertum begonnen und ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Nach berichten von Aristoteles und Plinius kannten bereits die alten Griechen und Römer diesen Fisch und hielten ihn sogar in Teichen. Im 6. Jahrhundert nach Christus ließ Theoderich große Karpfen aus der unteren Donau nach Ravenna bringen und im Mittelalter sorgten die Mönche dafür, das die Teichwirtschaft und damit der Karpfen in ganz Mittel- und Westeuropa populär wurde. Heute gibt es den Karpfen in ganz Europa mit Ausnahme der nördlichen gebiete Skandinaviens, sowie auf allen anderen Kontinenten, ausgenommen die Antarktis.
Von Natur aus ein Warmwasser liebender Fisch, bevorzugt der Karpfen flache, stehende oder langsam fließende Gewässer mit reichem Pflanzenbestand.
Verhalten:
Karpfen sind ausgesprochen scheue Tiere, die sich tagsüber am liebsten an tiefen Stellen oder in Verstecke zwischen Wasserpflanzen sowie unter überhängenden Uferböschungen zurückziehen , vorausgesetzt sie genießen nicht gerade ein Sonnenbad, bei dem man die Tiere oft zahlreich beobachten kann. Aktiv wird der Fisch in natürlichen Gewässern erst bei beginnender Dämmerung. Meist in größeren Gruppen vereint , ziehen die Karpfen dann am Gewässerboden entlang und durchwühlen ihn mit ihren Rüsselmäulern nach Fressbarem. Durch dieses Gründeln verraten die Tiere oft dem aufmerksamen Angler ihren Aufenthaltsort. Es entstehen nämlich deutlich sichtbare Trübungswolken im Wasser. Auch das aufsteigen von Gasblasen kann anzeigen wo die Fische sich momentan aufhalten. Es handelt sich um Sumpfgase, die beim Umarbeiten des Grundes freigesetzt werden. Beim Unterscheiden und Erkennen der Nahrung lassen sich Karpfen in erster Linie von ihrem Geruch und Geschmacksinn leiten. Mit den beweglichen Barteln, die dicht mit Geschmacksknospen besetzt sind, wird die Nahrung sortiert und dann im Maul mittels des Gaumenorgans einer weiterer Prüfung unterzogen. Ungenießbares spuckt der Fisch gleich wieder aus..
In der Karpfenanglerszene werden Karpfen, insbesondere alte oder große Tiere, als Inbegriff der Schlauheit bezeichnet. Ein hohes Maß an Lern- und Erinnerungsvermögen im Zusammenwirken mit leistungsfähigen Sinnesorganen sind die Ursache dafür, dass sich Karpfen oft den Nachstellungen von Anglern entziehen. Man wird es kaum erleben, dass der Karpfen sich unüberlegt auf den angebotenen Köder stürzen wird, besonders die kapitalen Tiere sind ausgesprochen misstrauisch.
Was das Bewegungsverhalten angeht, so handelt es sich trotz ihres eher plump erscheinenden Körpers um gute und kraftvolle Schwimmer.
Bei kaltem Wasser sind Karpfen träge. Während der kalten Jahreszeit ziehen sie sich in der Regel an tiefe Gewässerstellen zurück.
Ernährung:
Junge Karpfen benötigen tierisches Plankton als Erstnahrung. Bevorzugt werden Rotatorien sowie die Larven von Kleinkrebsen aufgenommen. Mit zunehmender Größe der fische nimmt auch die Nahrungsgröße zu. Insektenlarven, insbesondere Zuckmückenlarven und Würmer sind nun wesentlicher Bestandteil. Der erwachsene Karpfen ist ein Allesfresser. Je nach Verfügbarkeit werden Bodentiere, Plankton, Anflug, aber auch pflanzliche Stoffe und sogar Fischbrut aufgenommen. Was die Bodennahrung angeht, so erschließt sich der Fisch Nahrungsbereiche, an die andere Fischarten nur schwer herankommen. Er durchwühlt den Boden bis zu eine Tiefe von 10cm und holt sich von dort Nährtiere.
Grasfische
Grasfische gehören zu den Cypriniden und werden bei uns oft unter dem Sammelbegriff “Ostasiatische Pflanzenfresser” geführt. Die Heimat dieser Fische ist China. Sie leben dort vorzugsweise in großen, langsam fließenden Flüssen und angeschlossenen Seen. Es sind warmwasserliebende Tiere, die sich erst um die 22 °C richtig wohl fühlen. Die Arten wurden Ende der 60er Jahre aus osteuropäischen Ländern bei uns eingeführt. Man verspricht sich von den Fischen in erster Linie Erfolge bei der biologischen Bekämpfung von übermäßigen Wasserpflanzenbeständen und Algenblüten in stark eutrophierten Gewässern. Darüber hinaus finden sie in der Teichwirtschaft und in zunehmendem Maße auch als Angelfische Verwendung. Negativ fiel auf das mit diesen Fischen bei uns bisher unbekannte Parasiten (z.b. Bandwürmer) eingeschleppt wurden die zu nicht unbeträchtlichen Problemen geführt haben.
Weißer Amur Ctenopharyngodon idella
-werden bis zu 1,2m lang und um die 50kg schwer. Der Körper ist langgestreckt, im Querschnitt rundlich und mit großen, dunkel gesäumten Schupppen bedeckt. der Fisch wird leicht mit dem Döbel verwechselt. In seiner Heimat laicht er über Kiesgrund. Die Eier werden mit der Strömung weite Strecken flußab verdriftet. Schlupf erfolgt nach 2 Tagen. Die Anfangsnahrung sind Planktontiere, ab 2,5cm Länge geht die Brut zu Pflanzennahrung über. Bei Temperaturen um 25°C können täglich bis zu 120% des Körpergewichtes an Pflanzenmasse gefressen werden. Unterhalb von 13°C erfolgt keine nennenswerte Nahrungsaufnahme. Neben Pflanzen werden aber auch Nährtiere aufgenommen.
Marmorkarpfen Aristichthys nobilis
-sehen dem Silberkarpfen ähnlich, sind aber etwas hochrückiger und haben einen vergleichsweise größeren Kopf. Die Fische besitzen ein oberständiges Maul. Der Bauchkiel reicht bei ihnen von den Bauchflossen bis zur Afterflosse, auch ist der Kiemenfilterapparat bei den Marmorkarpfen nicht so feinporig wie bei den Silberkarpfen. Entprechend gröber sind die filterbaren Nahrungspartikel. Es werden größere, mehrzellige Planktonalgen und Zooplankton aufgenommen.
Silberkarpfen Hypophthalmichthys molitrix
-werden bis zu 1m lang und ca. 35 kg schwer. Charakteristisch für den Fisch sind das große oberständige Maul und die tief, meist unterhalb der Maulspalte angesetzten Augen. Die gesamte Bauchkante des Fisches ist kielförmig ausgebildet. Silberkarpfen sind ausgesprochen kraftvolle Fische, die zu hohen Sprüngen fähig sind. Sie laichen im freien Wasser und geben freischwebende Eier ab. Hauptnahrung der Fische sind mikroskopisch kleine Planktonalgen (Blau- und Grünalgen), die sie mit ihren als Filter wirkenden Kiemenreusendornen aus dem Wasser sieben.