| " Push it to the Limit " |
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Esox lucius
Kennzeichen und Besonderheiten:
Durch seine spezielle Körperform ist der Hecht mit keiner anderen europäischen Fischart zu verwechseln. Besonders auffällig wirkt das entenschnabelförmige, oberständige Maul mit der bis zum Auge reichenden Maulspalte. Es ist mit Zähnen geradezu gespickt. Während am Unterkiefer die langen Hundszähne dominieren, ist der Oberkiefer und nahezu der gesamte Maulinnenraum mit so genannten Hechelzähnen ausgekleidet. Der langgestreckte Körper des Fisches wirkt sehr kompakt. Charakteristisch ist die weit nach hinten versetzte Rückenflosse, welche zusammen mit After- und Schwanzflosse ein ideales Stabilisierungs- und Antriebsaggregat bildet. Es befähigt den Fisch, aus dem stillstand heraus unglaublich schnell zu beschleunigen. Der Hechtkörper ist von Rundschuppen bedeckt. Die Grundfarben des Fisches bilden meist Grün-, Gelb- und Brauntöne. In der Regel ist der Körper gefleckt oder marmoriert. Grundsätzlich hängt die Färbung stark von der jeweiligen Umwelt ab. Von dunklen, fast schwarzen Tönen (Moorhechte) bis zu grasgrünen Varianten in pflanzenreichen, klaren Gewässern, ist ein weites Farbspektrum vorhanden.
In Europa hat der Hecht ausser dem gänzlich anders aussehenden und nur ca. 12cm großen Hundsfisch (Umbra krameri) keine Verwandten. In Asien gibt es den Amurhecht (Esox reicherti). In Nordamerika kommen noch drei weitere nah verwandte Arten vor, der noch größere Tigermuskie (E. masquinongy) sowie die Kettenhechte (E. niger und E. americanus). Tigermuskie und europäischen Hecht hat man inzwischen erfolgreich gekreuzt. Die Mischlinge, einfach Tigerhechte genannt, sind weit friedfertiger als ihre Eltern. Sie lassen sich sogar in bisher nicht für möglich gehaltenen Dichten im Becken aufziehen.
Verbreitung und Lebensraum:
Der Hecht kommt nahezu auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel vor. Er wurde inzwischen auch in subtropischen Gebieten sowie in Neuseeland eingebürgert. Von den Brackwassergebieten der Ostsee bis zu 1500m hochgelegenen Bergseen hat er in Mitteleuropa jeden sich bietenden Lebensraum erobert. Die besten Umweltbedingungen bieten flache, warme Seen mit vergleichsweise klarem Wasser, der sogenannte Hecht-Schleien See. Da sich Hechte bei der Jagd vor allem von ihrem Gesichtssinn leiten lassen, sind trübe Gewässer für sie weniger gut geeignet. Andere Raubfische wie Barsch, Zander und Wels finden sich hier besser zurecht und machen dem Hecht Konkurrenz.
Es sind aber nicht nur stehende Gewässer geeignete Hechtbiotope, auch in langsam strömenden Flüssen mit Ruhigwasserzonen fühlt der Hecht sich zu Hause.
Verhalten:
Hechte sind ausgesprochene Einzelgänger und dulden keine Artgenossen in ihrem Revier, die Laichzeit von Februar bis Mai mal ausgenommen. Wegen dieses Verhalten und der Tatsache, dass die Fische besonders in Fliessgewässern sehr standorttreu sind, bezeichnet man sie als Revierfische. Die Aggressivität gegenüber Artgenossen geht soweit, dass diese bei Revierkämpfen verletzt werden oder sogar im Magen des Stärkeren landen.
Wissenswert ist das Verhalten des Hechtes beim Beutefang. Regungslos steht er im Wasser und lauert vorbeischwimmenden Opfern auf, um dann schnell vorzustoßen und zuzuschnappen. Dabei kommt ihm sein bereits erwähntes Beschleunigungsvermögen und seine vorzügliche Tarnung durch Körperzeichnung und Färbung zu Gute. Bei seine plötzlichen Vorstößen erwischt der Hecht seine Beute keineswegs immer so, dass er sie sofort schlucken kann, nämlich mit dem Kopf zuerst. Häufig wird der Futterfisch quer geschnappt und muss dann um 90 Grad gedreht werden. Dem Hecht gelingt dies durch blitzschnelles Loslassen und Nachgreifen.
Ernährung:
Für die Hechtbrut sind Kleinkrebse (Wasserflöhe, Hüpferlinge) Hauptnahrung. Später kommen Insektenlarven und andere wirbellose Kleintiere hinzu. In den ersten Lebenswochen müssen täglich vergleichsweise riesige Nahrungsmengen von 25% bis 40% des eigenen Körpergewichtes aufgenommen werden. Im Frühsommer, wenn die Larven der meisten Weißfischarten geschlüpft sind, stellen die Junghechte auf Fischnahrung um. Auch Kannibalismus ist in dieser Zeit recht häufig, vor allem in Jahren mit hohem Hechtbrutaufkommen.
Beim erwachsenen Hecht ist Fisch die Hauptnahrung. Gelegentlich werden aber auch Krebse, Insektenlarven, Frösche, Mäuse und Wasservögel gefressen.
Hechte bevorzugen bei der Jagd Beutefische von 10% bis 20% ihres eigenen Gewichtes oder 1/4 bis 1/3 der eigenen Länge. Die Grenzen liegen etwa bei 40% des Eigengewichtes und circa der halben Körperlänge. In der Natur kommt es durchaus vor, dass der Hecht an seiner Beute “erstickt”.
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